Was Neues

Ewig nichts geschrieben. Obwohl, ich habe geschrieben, aber keine Keineschafetexte. Ich bin noch nicht bereit, meine lyrischen Ergüsse mit der Öffentlichkeit zu teilen. Außerdem ist mein Handy kaputt gegangen. Auf dem schreibe ich normalerweise meine Texte. Es ist mir in einen Brunnen gefallen. Immer, wenn größere Veränderungen in meinem Leben anstehen, schmeiße ich mein Handy ins Wasser. Das habe ich auch gemacht, als ich meinen Freund kennengelernt habe. Zack, flog das Handy in den Rhein. Diesesmal war es etwas weniger spektakulär – ein Brunnen. Aber ich habe ja auch keine neue Liebelei am Start.
Ich war jedenfalls im Norden, um der Schauspielerei nachzugehen.
Vorher habe ich mir noch einen Ersatz für Maxwell zugelegt. Er hat noch keinen Namen. Aber er ist geräumig und dunkelgrün und hat Alufelgen. Ich habe immer von einem Lowrider geträumt. Aber da kann man nicht so gut drin schlafen. Erich hat mir zu dem Gefährt geraten. In diesen Dingen vertraue ich ihm. Das dunkelgrüne Raumwunder wird jetzt umgebaut. Mein Freund hilft mir. Ich habe die Tendenz mich in Details zu verlieren. Heute habe ich zum Beispiel die Haken für die Vorhangstangen golden lackiert, damit sie ins Farbkonzept passen. Derweil hat mein Freund die Verkleidung fertig gemacht und ein Bett gebaut. Er rettet dieses Projekt.
Eigentlich wollte ich aber über etwas ganz anderes schreiben.
Ich bin also mit dem Zug gen Norden.
Ich habe dort was Neues kennengelernt. Etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Von dem ich gar nicht wusste, dass es existiert. Ich spreche undeutlich, ich weiß. Es wird sich vielleicht in anderen Texten klären. Mal sehen.
Jedenfalls bin ich an meine Grenze gegangen und habe dabei erfahren, dass mein Körper doch zu einigem in der Lage ist. Ich hatte das ja verloren, das Vertrauen in meinen Körper. Durch die vielen Schmerzen. Ich habe das mal kennengelernt, wie das ist, wenn man nicht mehr in seinem Körper sein will. Wenn die Dinge nicht mehr klappen und der Schmerz übernimmt. Und ich komme da raus. Stück für Stück. Jetzt wieder. Trotz Grippe. Die geht bald weg. Aber die Erfahrung, dass der Körper in der Lage ist, sich auszudrücken und etwas zu erschaffen, ist das Beste, was mir passieren kann. Das hat mir jemand gezeigt, im Norden, jemand, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Dazu bald mehr.

Auf dem einen Bild siehst du die Berge. Da war ich mit meinem neuen Gefährt. Mein Freund hat das Bild gemacht. Ich bin vorher umgedreht, weil es so steil war. Auf dem anderen Bild siehst du, wie ich am Fluss sitze. Im Norden habe ich kaum Bilder gemacht.

Ragna

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