Bonsoir aus dem Urlaub. Ich bin in Frankreich am Atlantik. Böse Stimmen behaupten, dass ich da eigentlich meistens sei. Es ist aber auch verdammt schön hier. Das Meer ist wild und weit. Die Strände nicht überlaufen. Wenn ich etwas gar nicht verstehe, dann sind das Strände, an denen Liegestuhl neben Liegestuhl steht. Sonnenschirm neben Sonnenschirm. Verbrannte Nase neben verbranntem Rücken. Außerdem gibt es hier die besten Cornichons. Es geht nichts über Baguette mit Ziegenkäse, Tomate und Cornichons. Das muss man probiert haben.
Vor ein paar Jahren habe ich da auch andere mit rein gezogen. Eine Freundin und ich haben so überlegt, an den Atlantik zu fahren. Eher nach Süden. Im Nachhinein könnte man sagen, dass wir relativ unvorbereitet waren. Wir haben unsere sieben Sachen in Maxwell gepackt und sind eines Morgens los. Auf den ersten Kilometern hat die Öllampe geblinkt und Maxwell hat gepiept. Wir haben immer mehr Öl nachgekippt. Bis zu Maxwells Tod musste ich nie wieder Öl nachfüllen.
Jedenfalls sind wir noch bei einem neuen Bekannten meiner Freundin zum Frühstück gestrandet. Er wohnt auf einem Boot. Eins kam zum anderen und am Ende des Tages kamen wir in Arcachon zu viert an. Wir hatten uns quasi verdoppelt. Es war ein lustiger Urlaub. Und wir haben nicht nur von der ausgezeichneten Campingausrüstung der Neuzugänge profitiert, nein, wir haben Freunde gefunden.
Dieser Text handelt bisher absolut nicht von verdursteten Blumen. Um das zu ändern, folgende Überlegung.
Als meine Freundin nach dem Urlaub nachhause kam, hatte ihre Mitbewohnerin vergessen, ihre geliebten Blumen zu gießen. Diese fiese Kuh. Meine Freundin weinte bittere Tränen ob dieses Verlusts. Nach drei Tagen fühlte sie sich schließlich selbst wie eine verdurstete Blume. Mit tränenverschleierten Augen packte sie schließlich ihren Koffer aus. Der war voller Sand. Sie rieb sich die Augen und sah nun gar nichts mehr. Der Sand war plötzlich überall verteilt. Überall. Noch heute hat sie damit zu kämpfen. Immer wieder findet sie Sandkörner. Sie erinnern sie an vergangene Tage.
Zimmerpflanzen hat meine Freundin heute keine mehr. Sie möchte nicht, dass sie verdursten. Lieber Blumen in der Vase. Oder getrocknete Blumen.
Auf dem Bild siehst du das Meer. Es ist stürmisch und man wird sandgestrahlt.