Hab ja angefangen, Gedichte zu schreiben. Unerwarteterweise ist daraus ein Theaterstück entstanden. Jetzt könnte man meinen, ach toll. Das Problem ist allerdings, dass ich jetzt eine Gedichtschreibblockade habe! Es kommen nur noch halbherzige Verse aus mir raus, die absolut unangenehm für alle Beteiligten sind.
Gut, sage ich mir, dann schreibe ich eben einen Keineschafetext.
Warum so ambitioniert, fragst du dich.
Kurz muss ich überlegen. Gut, eigentlich weiß ich die Antwort. Aber ich nehme das als Vorwand, das Schreiben zu unterbrechen und in der Zwischenzeit eine Runde mit den Pudels durch den Südschwarzwald zu spazieren.
Jetzt sitze ich im Café meines Vertrauens. Mit dem Schäfer. Den Spitz habe ich zuhause gelassen. Gestern habe ich mit den Geschäftsleuten Schauspiel geübt. Habe mir viele Sorgen gemacht. Hab mich gefragt, ob ich dafür schon bereit bin. Hab doch noch so wenig Erfahrungen. Ich habe eigentlich nie das Gefühl, wirklich bereit für etwas zu sein. Paar Leute meinten, ich solle mir mal einen Verlag suchen. Hab das Gefühl, definitiv noch nicht genug geschrieben zu haben. Hab ja keinen Roman oder ein vernünftiges Theaterstück verfasst. Sowas denke ich dann. Manchmal frage ich mich, ob ich als Mann anders über diese Dinge denken würde. Vermutlich ja.
Hab kürzlich KI gefragt, was Keineschafetexte sind. KI meinte sowas wie introspektivische Essays oderso. Kenn das Wort noch nicht mal. Dafür kennt KI das Wort Keineschafetexte nicht. KI sagt, dass das kein richtiges Wort sei.
Mir doch egal.
Was mir nicht egal ist:
1. Die Geschäftsleuten haben außerordentlich gute schauspielerische Ansätze gezeigt.
2. Endlich scheint mal die Sonne.
3. Der Schäfer hat schlechte Laune und beschwert sich permanent.
4. Ich verkaufe keine Karten für meine nächste Aufführung.
5. Die „Sonnenseiten“.
6. Wie schön die „Sonnenseiten“ sind.
7. Die Hebamme.
8. Dass ich das nur schreibe, weil ich weiß, dass sich die Hebamme einen Ast abfreuen wird, wenn sie 7. liest.
9. Der Satz von van Gogh: Folglich habe ich mir vorgenommen stets zu wagen
lieber zu viel als zu wenig; stößt man sich dann den Kopf, weil es zu viel war, gut, dann stößt man sich eben.
10. Dass ich ein introspektivischen Essay statt eines Gedichts verfasse.
11. Unbeantwortete Fragen.
Unbeantwortete Fragen