Texte über den Schafpudel

Hab paar Texte von mir gelesen. Mir ist aufgefallen, dass tendenziell die am besten sind, in denen es um den Schafpudel geht. Keine Ahnung warum. Sollte mehr über ihn schreiben. Immerhin geht es hier ja auch darum, dass ich keine Schafe habe. Mittlerweile ist allerdings die Tragik in dieser Angelegenheit etwas geschrumpft.
Komm mehr oder weniger klar, ohne Schafe.
Jedenfalls habe ich zuletzt darüber geschrieben, wie der Schafpudel seine anspruchsvollen Charakterzüge gezeigt hat. Er war sauer auf die französischen Hunde. Begriffe wie Distanzlosigkeit und Stumpfsinn sind gefallen. Die hören alle nicht, die Streuner, hat der Schafpudel gesagt. Er hatte seine Stimme gegen sie erhoben.
Ich war sauer auf den Schafpudel. Ich dachte, jetzt wird er erzogen. Ich treibe ihm das aus. Man scheitert in der Regel bei Vorhaben dieser Art. Zu Recht. Denn normalerweise hat der Schafpudel irgendwie den richtigen Riecher. Das ist ziemlich anstrengend, aber auch lehrreich.
Ich hatte mit der Pferdewirtin telefoniert. Ich habe gesagt, der Schafpudel ist bockig. Er greift sogar den Spitz an. Er bewacht mein Essen und den Wassernapf.
Die Pferdewirtin meinte, was, wenn der Schafpudel noch beleidigt ist, weil wir schlecht auf ihn aufgepasst haben, hat sie gesagt.
Als ich weggefahren bin, habe ich gedacht, ich fahre nie mehr ohne den Schafpudel weg. Ich hasse es, ohne ihn weg zu sein. Das Leben ist langweilig ohne ihn und ich habe niemanden, mit dem ich über die Spießer da draußen lästern kann. Außerdem habe ich vor niemandem Angst mit ihm, auch nicht im Dunkeln.
Der Spitz freundet sich mit allen an, wenn ich weg bin. Er wartet ein paar Stunden auf dem Treppenabsatz und dann ist zum Beispiel mein Freund der Coolste. Anders der Schafpufel. Er akzeptiert nur mich – ein bisschen. Er denkt, dass er jetzt die Verantwortung für die Kleinstadt hat. Und für den Spitz.
Mir ist aufgefallen, dass ich was völlig vergessen habe. Und zwar, meinen Impulsen zu folgen. Mir die Zeit zu nehmen, auf mich zu hören und dementsprechend zu handeln. Hab ich gar nicht gemerkt.
Ich wollte dann den Schafpudel streicheln. Ich habe das der Pferdewirtin gesagt, die normalerweise auch für ihre Konsequenz bekannt ist. Sie hat genickt und aufgelegt. Der Schafpudel und ich sind dann zum Strand. Ich habe ihm gesagt, sorry. Ich hab nicht auf mich gehört. Und so. Ich musste ihm versprechen, dass ich aufhöre zu schimpfen und stattdessen besser auf ihn aufpasse. Hab ich. Ab da haben wir uns wieder vertragen. Heute hat er sogar die Katze übersehen. Denke, das war Absicht.
Im nächsten Text erzähle ich, wie es mit dem Thema Geld und dem Schafpudel weiter gegangen ist. Das würde jetzt den Rahmen sprengen.

Auf dem Bild siehst du, wie der Schafpudel den Strand in den Blick nimmt.

Ragna

3 Gedanken zu „Texte über den Schafpudel

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