Hab gestern über was Spannendes geredet. Und zwar: Was denkt man, was für eine Version oder Lebensweise richtig wäre und was würde man eigentlich gerne leben. Da kamen verrückte Dinge zu Tage. Jemand denkt, dass sie in Gremien sitzen müsste, dabei würde sie eigentlich gerne den lieben langen Tag Geld ausgeben und und durch die Wälder streifen. Jemand anderes denkt, er solle einfallsreich sein. Dabei wünscht er sich eine Dienerschaft, die er regieren kann. Noch jemand meint, sie müsse den lieben langen Tag für den guten Zweck schuften, obwohl sie eigentlich ein kreatives Leben erfüllen würde. Ich für meinen Teil habe gesagt, dass mich die Häuslichkeit und die Unauffälligkeit zu einem besseren Menschen machen würden. Dabei möchte ich auf die Bühne, frei und wild sein. Am besten in einer hübschen Umgebung. Wir alle leben wahrscheinlich irgendwo dazwischen.
War gerade eine große Runde mit den Pudels spazieren. War ein bisschen zu nett zum Schäfer in letzter Zeit. Also, habe ich gesagt, heute laufen wir mit Disziplin und Ausdauer. Wir alle. Unser Training neigte sich dem Ende zu, unsere Nerven hatten sich beruhigt und eine innere Stille war eingetreten, als ich einen Gedanken hatte: Was, wenn wir mit oder in diesen Vorstellungen leben, weil sie uns unbewusst etwas ganz Grundlegendes wie einen Anker geben. Und statt, dass wir, zum Beispiel mit einem langen disziplinierten Powerwalk, diesen Anker selbst bestimmen, diese Vorstellungen heranziehen, weil sie uns die nötige Sicherheit geben, dass wir mit unseren Eigentlichkeiten nicht davon fliegen. Wir werden das beobachten.
In diesem Sinne. Machs gut.
Deine R.