Öffentlichkeit

Ich habe keine Schafe. Und ich habe keine Hater. Bisher zumindest. Als ich kürzlich angefangen habe, Texte von mir hochzuladen, hat mich das Überwindung gekostet. Eigentlich wollte ich nur einen Blog schreiben, den am besten niemand je finden würde. Dann war Instagram aber leider so barrierefrei. Jetzt habe ich eine Instagramseite und einen Blog. Irgendwann werde ich auf dem Blog Texte schreiben, die Instagram nie zu Gesicht bekommen wird. Das ist der Plan. Darin wird es um abgefahren kluges Zeug gehen. Eigentlich, habe ich festgestellt, habe ich gar keine Angst, dass fremde Menschen irgendwas über mich denken. Viel mehr Sorgen bereiten mir die Leute, die ich aus dem Leben kenne. Sie haben ja ein Bild von mir. Das will ich wirklich nicht zerstören. Bitte denkt nur das von mir, was ich denke, was ihr denken sollt. Ihr da draußen, die mich aus dem Nichtinternet kennt.
Aber.
Als ich angefangen habe kleine Texte darüber zu schreiben und zu veröffentlichen, dass ich keine Schafe habe, konnte ich über mich erzählen. Ohne Geländer.
Die zweithäufigste Frage, die ich im Alltag gestellt bekomme – nach der, ob ich Schafe habe – ist, was ich beruflich mache. Ich muss dann immer ausholen und mich erklären. Dass ich so lange nicht arbeiten konnte. Zumindest nicht so, wie man es gewöhnlich kennt. Für viele klingt es absurd. Auch, weil man Schmerzen nicht zwangsläufig sieht, vermutlich. Jedenfalls, wenn ich drüber schreibe, ist es leichter. Und lustiger.

Auf dem Bild siehst du, wie ich auf dem Berg bin mit den Pudels. Wir schauen runter auf das Jura und die Alpen. Die sieht man ganz bisschen am Horizont.

Ragna

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