Netzwerk

Grad mit dem Ernst des Lebens gesprochen. Sorry, wenn ich damit nerve. Irgendwann werde ich auch über diese fiese Phase hinweg sein.
Ich könnte diesen Text auch The Scandal II oder so nennen. The Scandal heißen meine Texte immer, wenn ich mich nicht verstanden fühle. Sich nicht verstanden zu fühlen, ist bekanntlich ein beschissenes Gefühl. Der Spitz fühlt sich seit Neustem verstanden, darf ich feststellen. Er ist jetzt 5 Jahre alt und kürzlich meinte er, mit seiner süßen Lispelstimme: Ja, mir geht es gut. Is fühle mis endlich wohl in meiner Haut. Mansmal ist das Leben sehr aufregend, aber is weiß, dass du immer für mis da sein wirs. Is liebe dis und passe gut auf dis auf.
Seine nussbraunen Augen waren weit geöffnet, sein Köpfchen etwas zur Seite gedreht und mit seiner kleinen rosa Snow-Nose brachte er mich beinahe zum heulen in diesem Moment.
Ich strich dem Spitz mit der Hand über seine kleinen weichen Kopf und versprach, dass er für immer bei mir bleiben dürfe. Egal wie doll er sich auch vor Aufregung im Kreis drehen würde.
Seit dem habe ich einen glücklichen kleinen Spitz bei mir, der mit sis und der Welt im reinen ist.
Der Ernst des Lebens hat mir eben, nachdem er mich hat eine halbe Stunde warten lassen, weil er mit einem mächtigen Mann sprechen musste, jedenfalls gesagt, ich solle ein Seminar machen, wo ich lerne richtig zu schreiben. Ich glaube, sowas hat er wirklich gesagt, Und dass ich ein vernünftiges Netzwerk bräuchte. Dabei hustete er seinen Auswurf in ein Gläschen, das neben ihm auf dem Tisch bereit stand.
Ja, sagte ich, ein Netzwerk.
Ich liebe meine Keineschafetexte. Und den Spitz und den Schäfer und die Pferdewirtin. Weil sie auf das Netzwerk kacken. Weil das Netzwerk nicht die Lösung für alles ist.
Der Spitz wollte noch was dazu sagen: Neswerk? Du bis mein Neswerk. Weil du immer bei mir bis.

Ragna

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