Lücke

Hab gestern was äußerst interessantes gelesen. Über die Lücke. Es ging ums Werfen. Dass es beim Werfen nicht nur die Dualität des Gebens und Nehmens gibt, sondern auch den Vorgang des Wechselns zwischen den beiden Handlungen. Der Autor beschreibt das zunächst mal als Lücke. Was ich spannend fand war, dass er einem Mut macht, sich in die Lücke fallen zu lassen, statt sie vermeiden zu wollen. Ich glaube, dass das weit verbreitet ist, Lücken vermeiden zu wollen.
Ich beobachte das gerade bei mir. Hab gerade ne Lücke. Kaum auszuhalten. Man muss doch, soll doch, kann doch. Die Modalverben schlagen zu. Oder man gibt sich der Lücke hin.
Mich hat das sehr an die kluge Person erinnert, die immer sagt, dass man den Schmerz erst mal annehmen muss. Auch negative Gefühle. Sie sagt, dass man viel zu schnell von negativen Gefühlen weg geht. Und dass sie sowas wie ne Super-Power haben, wenn man bei ihnen verweilt.
Wahrscheinlich hat der Autor das erkannt. Er dachte sich vielleicht, komisch, wenn ich eigentlich noch am Nehmen bin und schon gebe. Da muss sich doch was verändern. Zumal das relativ unterschiedliche Dinge sind. Polaritäten, könnte man sagen. Und dann fiel dem Autoren auf, dass es eine Lücke gibt, in der sich der Zustand verändern kann. Das braucht ein gewisses Maß an Bewusstsein, denke ich.
Ich übe mich da drinnen, die Lücke, die sich gerade zeigt, anzunehmen. Aus dem Hamsterrad raushüpfen. Den Sommer auskosten. Feststellen, dass die Lücke das Leben ist. Auch wenn ich mich ausnahmsweise auf das Ende des Sommers freue. Da bin ich nämlich mit dem Autoren zum Telefonieren verabredet. Das haben wir so abgemacht.

Auf dem Bild siehst du, wie ich versuche mit der Lücke fertig zu werden.

Ragna

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