Hatte Proben am Château. Dem Schäfer gefiel das Château zu gut. Er meinte sowas wie, ich übernehme den Laden. Er hat das relativ undeutlich in seinen Bart genuschelt, weil er niemanden einweihen wollte. Sein Plan war es vermutlich, alle Leute, die ihm fremd waren, möglichst weit vom Château weg zu verjagen. Er hat sie angebrüllt, hau ab. Du hast hier nichts verloren. Teilweise hat er auch Schimpfwörter verwendet, von denen es dem Spitz ganz schwindelig wurde. Ich meinte, Schafi, das kannst du nicht machen. Wir sind hier zu Gast. Und außerdem muss ich mich der Schauspielerei widmen. Der Schäfer hat mich mit leerem Blick angeschaut und sich zusammengerollt. In den nächsten Tagen hat er wenig bis gar nicht mit mir gesprochen, obwohl er die feinsten französischen Leckerbissen vom Hauspersonal zugeschustert bekam. Ich habe derweil bis zur Bewusstlosigkeit Fromage in mich reingedrückt und mit der Schauspielgruppe an unserer Performance gefeilt. Eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben. Mir brennt es auf der Seele. Und doch scheitere ich bisher, die richtigen Worte zu finden. Jedenfalls hatte ich einen wundervollen Tag mit der Künstlerin. Wir haben uns Matisse angeschaut. Ihr Vater meinte, dass Matisse sich geehrt gefühlt hätte, hätte er gewusst, dass wir seine Kunst anschauen. Auf dem Weg zu Matisse hat die Künstlerin mir Mut gemacht. Sie hat gesagt, dass es die Liebe gibt. Dafür liebe ich sie. Und sie hat noch ein paar andere Sachen gesagt, die dazu geführt haben, dass ich mich daran erinnert habe, wie es sich anfühlt, wenn einen jemand sieht. In diesem Sinne genieße ich nun die belgische Luft, Pommes, Waffeln und Poffertjes. Der Schäfer hat seinen Größenwahn überwunden und freut sich über alles und jeden. Er liebt den Wind und den Sand und dass ich ein bisschen mehr Zeit habe, mich mit ihm zu unterhalten.