Hab eine lange Liste von Dingen, über die ich schreiben will. Ich habe da eine Entscheidungshemmung. Deshalb werde ich wahrscheinlich nie einen Roman schreiben, weil ich zu viele verschiedene Themen habe, über die ich schreiben wollen würde. Ich lege mich nicht gerne fest. In solchen Momenten ist es immer gut, über den Schäfer zu schreiben. Meine Inspiration, meine Muse, meine große Liebe. Wenn man den Schäfer fragen würde, ob er sich gut festlegen kann, würde er sowas sagen wie, wozu festlegen.
Er hat sich in seinem Leben nur in zwei Dingen festgelegt: Sich selbst treu zu sein und die Katze umzubringen, wobei das zweite eventuell schon aus dem ersten resultiert.
Wenn du mich fragst, was ich genau damit meine, dass er sich treu bleibt, würde ich sowas sagen wie, lieber würde der Schäfer sterben, als gegen seine Instinkte zu handeln. Und glaub mir, seine Instinkte sind, wir sagen mal, sehr ursprünglich, verbunden mit seinen Ahnen: Ein Wolf, der nur eine Sache gelernt hat, die Herde zusammenzuhalten.
Er weiß, wann Gefahr droht, und er handelt. Der Hundetrainer sagt sowas wie, eine gute Beziehung ist das A und O in der Hundehaltung. Ich sage, unsere gute Beziehung wird uns ab und an zum Verhängnis, weil der Schäfer in der Nacht Bauchschmerzen bekommt, wenn mich die Kopfschmerzen heimsuchen. Dann weckt er mich und will raus.
Jedenfalls denke ich, dass es gut ist, einen Schäfer an seiner Seite zu haben, der einem nichts durchgehen lässt. Das ist manchmal bisschen anstrengend, aber es hält einen in der Spur. Man verlässt quasi seltener die Weidefläche, auch wenn das Gras auf der anderen Seite der Furche viel grüner ist.
Auf dem Bild siehst du, wie der Schäfer und ich ausprobiert haben, wie unser Bühnenbild für Kurz nach Neumond so wirkt.
PS: Teile von diesem Text haben es in Kurz nach Neumond geschafft.