Bin über den Wolken. Könnte jetzt wieder eine Abhandlung über die unverhältnismäßig kleinen Räder von Flugzeugen schreiben, aber für heute verschone ich euch. (Aber trotzdem frage ich mich, wie immer, wie kann so ein Flugungetüm auf solchen lächerlich kleinen Schubkarrerädchen landen?!)
War mal wieder in der Großstadt. Es war laut, dreckig und herzlich. Wir haben geprobt und viel Zeit im Underground verbracht. Das formt den Charakter, habe ich mir gedacht. Wenn ich nur mit den Pudels durch die Felder ziehe, werde ich irgendwann pingelig.
Jedenfalls hat mir das Leben in letzter Zeit mal wieder bewiesen, dass man es zwar planen kann, aber dass es dann doch andere Wege nimmt, als man denkt. Und dass es, wenn es sein soll, irgendwie schon wird. Das soll jetzt nicht heißen, dass man sich zurücklehnen sollte und die Hände in den Schoß legt, nein, auch das würde uns pingelig machen. Aber man kann, denke ich, vertrauen, dass man ab und an zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Wie würdest du das sonst erklären, dass ich mitten in der Großstadt das Portemonnaie eines Millionärs finde?
Kurz habe ich überlegt, ob ich durchbrenne. Hab mich dagegen entschieden. Habe gedacht, dass das bestimmt mies fürs Karma ist. Der besorgte Millionär, der sein Portemonnaie verloren hatte (er war übrigens CEO von einer Internetsicherheitsfirma), hat mich dafür mit all seinem Bargeld entschädigt. Denke aber, dass sich das alles nur so ergeben hat, weil ich am Tag vorher einen Penny von der schmutzigen Großstadtstraße aufgehoben habe. Das ist ungefähr das ekelhafteste, was man so machen kann. Hab ihn zwischen Daumen und Zeigefinger nach Hause getragen und dort auf meinen Boden gelegt. Später habe ich ihn abgewaschen.
Jedenfalls habe ich am nächsten Tag dann das Millionärsportemonnaie gefunden. Denk, was du willst. Jedenfalls scheint es Begebenheiten zu geben, die man nicht planen kann. Die Dinge ändern sich manchmal schneller, als man denkt.
Ach, ich liebe das Leben.
