Die Tage hat sich jemand bei mir gemeldet. Ein großer Mann. Er hatte mal viel Hoffnung in mich. Ich glaube, er hat da was missverstanden.
Er hat mich gefragt, und, was geht bei dir. So hat er das natürlich nicht gesagt. Er drückt sich gewählt aus. Er ist wahnsinnig gebildet und fast 80. Ich hab dann gesagt, dass ich auf Abwege geraten bin. Dass ich mein Studium geschmissen habe und dass ich auf die Bühne will. Dass es mir wieder gut geht, dass ich Leute sprachlich auf Vordermann bringe und dass ich mit den Pudels um die Häuser ziehe und die Kleinstadt in Angst und Schrecken versetze.
Er hat dann seine Trauer bekundet. Das hat er wirklich gemacht. Ich habe es schwarz auf weiß. Und er hat gesagt, dass er ja so große Hoffnungen in mich hatte. Und sowas wie, schön, dass du einen verkorksten Weg gefunden hast, der gehbar ist, aber nirgends hin führt. Aber er will in Kontakt bleiben mit mir.
Ich will ihm nichts unterstellen, aber ich finde das insgesamt wirklich daneben.
Es gibt sie, diese Personen. Die sagen, R., du bist außer Kontrolle geraten. Bitte mach deinen Master.
Ich habe angefangen, die Keine Schafe-Texte zusammenzufassen. Ich will sie meiner Mutter zum Geburtstag schenken. Analog. Nicht, dass sie nicht einen Computer bedienen könnte, das macht sie hervorragend. Aber das tut jetzt eigentlich nichts zur Sache.
Auf jeden Fall sind das 100 Seiten. Mit Bildern. Im Grunde mehr als eine Masterarbeit. Aber das tut auch nichts zur Sache.
Keine Schafe-Texte wollen nie mehr sein, als sie sind. Sie sind lesbar. Und sie schreiben sich von alleine. Genau das werde ich dem Mann mit den falschen Hoffnungen über mein Leben sagen. Es ist Lebbar. Und es macht mich glücklich.