Diário

Boa noite aus Portugal. Ich sitze in einem Lokal gegenüber des Eat Real Restaurants. Da war ich gestern. Hab keinen Bissen runterbekommen. Bin mir nicht sicher, ob das von meinem Reisefieber kam oder von der fancy Sauce über meinen hommade Falafel. Es hat nicht gevibed. Heute esse ich fettiges portugiesisches Fastfood. Das bekommt meinem ausgehungerten Magen besser. Bin kalorienmäßig dermaßen im Defizit. Pavarotti hat mich stundenlang um den Block gejagt. Er ist die Vertretung. Er ist eine grandiose Vertretung, denke ich. Wenn es so weiter geht, werde ich nur leider nichts von dieser Stadt hier sehen, weil ich meine Beine nicht mehr spüre. Pavarotti ist nicht nur ein beeindruckender Schauspieler, sondern auch Kampfsportler. Er kennt kein Erbarmen. Get up, schreit er. Nach fünf Stunden gehe ich in die Hocke. Ich ernte einen verächtlichen Blick. Als sich meine portugiesischen Sängerfreundinnen auch unauffällig gen Boden bewegen, muss ich 10 Liegestütze machen. Wegen Anstiftung. Es wird leise im Raum. Ich hatte das schon mal, als ich in die Schweiz gezogen bin. Es war immer überraschend leise.
Ich spüre meine Beine nicht mehr. Meine Haut glüht. Sonnenallergie. Ich war gestern ungefähr eine Viertelstunde in der Sonne. Es ist unfassbar hell hier.
Jedenfalls muss ich meine Beine auf Vordermann bringen. Morgen werde ich mich hinsetzen.
Ich habe heute gelernt, dass Kunst Folgendes braucht: Leichtigkeit, Form, Schönheit und Ganzheit. Und, dass eigentlich alles Bewegung ist. Und, dass man unbedingt seinen ganzen Körper nutzen soll. Ich arbeite dran. Es hat sich gelohnt, mit den Beinen, denke ich.

Auf dem Bild siehst du meinen Ausblick. Am Abend. Ich genieße ihn, ohne mich vom Fleck bewegen zu müssen.

Ragna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Zurück nach oben