Es ist extrem früh am Morgen, und mich plagt die Schlaflosigkeit. Die Vögel kreischen laut und mein Magen knurrt. Ich mach sowas wie ne Diät. Wenn ich ehrlich bin, besteht diese Diät daraus, dass ich nicht mehr dreimal am Tag Nudeln esse. Wirklich, es ist ganz schlimm mit den Nudeln und mir. Nudeln mit Tomatensauce. Every day. Ich bin süchtig danach. Ich habe mir gedacht, dass ich das ändern muss. Jetzt gibt es Quinoa, Salate und Broccoli. Und abends Melone. Der Magen knurrt um 4:30 wie bekloppt und ich kann nicht mehr schlafen.
Ich habe kürzlich mit einer Person darüber gesprochen, wie das ist mit dem Schreiben. Ich habe was gesagt und erst danach genauer drüber nachgedacht.
Ich habe gesagt, dass es gesellschaftlich gesehen nicht so leicht ist, über sich selbst zu schreiben. Es komme da wahrscheinlich auch auf das Umfeld an. Mir kam im Nachhinein so in den Sinn, dass es aber vielleicht notwendig ist, über sich zu schreiben. Dass man insgesamt einfach viel zu wenig über sich schreibt. Ich bewege mich auf dünnem Eis, das ist offensichtlich.
Ich meine damit nicht, dass man seine Emotionen sinnlos irgendwo hinschleudern soll, nein, im Gegenteil. Das wäre wenig originell. Ich glaube, dass zumindest eben das eher passiert, wenn wir der Meinung sind, eben nicht von uns erzählen zu dürfen. (Man schaue in die Schauspielhäuser dieser Welt oder schlage das ein oder andere Buch auf.)
Wir haben in erster Linie uns selbst. Unseren Körper. Und den Moment. Und unser Talent. Herr Petit sagt, Talent sei Interesse. Wenn wir Interesse an etwas haben, vertiefen wir es. Mir gefällt dieser Gedanke. Goethe zum Beispiel war extrem talentiert. Und er war extrem interessiert am Leben. Nicht nur an der Dichtkunst. Nein, am Leben. Und damit an sich selbst.
Was ich sagen will. Wenn wir nicht über uns schreiben, könnte es eventuell passieren, dass wir anfangen uns was auszudenken und dass es nicht mehr um die Wahrheit geht. Und bevor mir das passiert, taste ich mich da ran. Bis es vielleicht gar nicht mehr auffällt, dass ich mich der Einfachheit meines Gemüts widme und darüber schreibe, dass ich seit zwei Tagen keine Nudeln mit Tomatensauce gegessen habe. Und Parmesan. Ich brauche ein bisschen Spaghetti mit Tomatensauce auf dem Papier, um nicht abzuschweifen. It’s not about reality, it’s about truth!

Auf dem Bild siehst du, wie die Pudels und ich Picknick im Sonnenuntergang machen. Es gab Melone. Vorher ein bisschen Sushi. Aber nur ein bisschen.