Alle fragen, was ist das Opossum. Nun, ich kann es euch sagen.
Um das Opossum zu begreifen, ist es zunächst wichtig zu wissen, dass das Opossum diesen Text hassen wird. Es wird ihn hassen, weil er Dinge preis gibt. Und wenn es eine Sache nicht mag, dann ist das die Offenkundigkeit. Auch, wenn das Opossum das Rampenlicht aufsucht, liebt es das Verborgene. Indem es sich versteckt, hofft es, dass der Schwindel über sein Machtstreben nicht auffällt.
Das Opossum sieht unscheinbar aus. Man würde nicht unbedingt etwas Gefährliches von ihm erwarten. Das ist Teil seiner Strategie. Es liebt Strategien. Es erlegt seine Beute, um ihr den Selbstwert zu nehmen. Es hat keinen eigenen. Deshalb braucht es den der anderen.
Opossums können im Allgemeinen nur überleben, weil es eine große Zahl an Opossumschützerinnen gibt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie entweder dem Opossum selbst auf den Leim gehen oder mit einem ähnlichen Hang zur Mauschelei ausgestattet sind. Der gemeinsame Boden ist das mangelhafte Selbstwertgefühl. Auf ihm ist das Wachstum von Verstrickungen und Verwirrungen möglich.
Im Grunde ist das Opossum ein ängstlicher, kleiner Nager, der einen immer daran erinnern wird, dass er mal seine Haselnüsse mit einem geteilt hat. Dafür erwartet er Dankbarkeit und Loyalität. Er wird nicht hinterfragen, was die Gegenleistung war und er wird auch nicht bereit sein, über sich selbst zu reden. Er schweigt. Vielleicht denkt er manchmal über sich nach. Ich weiß es nicht.
Noch mehr als sein Portrait wird das Opossum mich hassen. Weil es sich nicht vorstellen kann, dass ein Text aus sich selbst spricht.