Sitze zwischen meinen Pudels auf dem Sofa und nippe an meinem Beeren-Proteindrink. Der Trainer hat gesagt, ich soll mehr Proteine zu mir nehmen, also esse ich nur noch Kichererbsen und Eier. Wir wollen ja das Beste aus uns rausholen.
Eigentlich sollte ich jetzt auf dem Weg in die Stadt hinter dem Berg sein, um mich da mit dem Schauspieler zu treffen. Der Schauspieler hat sich nicht mehr gemeldet. Diese Berufsgruppe ist genau so verkommen, wie immer behauptet wird. Da bleibe ich dabei und mach mich unbeliebt.
Apropos beliebt. Ich wäre gerne beliebter. Damals in der Schule war ich beliebt. Meine Mutter hat sowas gesagt wie, lächle schön nett, sei nicht zu frech. Hauptsache die Jungs mögen dich. Sie wusste es nicht besser. Ihre Mutter hat ihr das gleiche gesagt. Jedenfalls war ich immer relativ beliebt, bis ich dem Lehrer gesagt habe, nein, mir reichts, I don’t care if I finished my training or not, I quit my job as your Wasauchimmer.
Dann habe ich einen Film geschrieben.
Gerne würde ich an dieser Stelle nun eine Abbiegung nehmen. Ich könnte beispielsweise über die Wahlergebnisse schreiben. Sagen, dass ich denke, dass die Leute einen an der Waffel haben und lieber an das Patriarchat glauben, als den Mut aufzubringen, alleine durch den Wald zu stapfen, mit keiner Gewissheit über das, was sie tun, weil der Schauspieler sich nicht mehr meldet und ich mal gelernt habe, dass der Schauspieler sich melden muss, damit ich die Gewissheit habe, dass der Film gut ist.
Es ist zum davonlaufen. Beinahe verstehe ich die Leute, beinahe.
Der Trainer hat gesagt, man muss durch das Tal der Tränen gehen, wenn man seine Speckröllchen loswerden will. Denke, er hat recht.
Also esse ich weiter meine Kichererbsen, schwinge mit den Pudels durch den Wald, bespreche mich mit der Pferdewirtin, lass mich von der Hebamme umarmen, ändere den Titel meines Filmes, um mich noch unbeliebter zu machen, schreibe meinen Text. Den ich hoffentlich bald herzeige und beginne wieder zu ehren, was ich habe.