Ich hab glaube ich schon mal erwähnt, dass ich mit Schmerzen zu tun habe.
In letzter Zeit ging es mir richtig gut. Gestern hat es mich erwischt.
Ich war so nichts ahnend im Wald spazieren, als mich ein Gewitter überraschte. Das ist mir schon mal passiert. Eine andere Geschichte. Ich musste jedenfalls feststellen, dass meine Trapperausbildung definitiv noch nicht abgeschlossen ist. Ich habe meine Beine in die Hand genommen und bin so schnell es ging zum Auto zurück gerannt. Ich bin seit ein paar Jahren nicht mehr so schnell gerannt, wie ich konnte. Der Blitz hat mich verschont, aber heute tun mir die Beine weh. Mein Körper hat sich das gemerkt, dass es sein kann, dass was schief geht, wenn man so schnell rennt, wie man kann.
Ich liege hier und kümmere mich um sie. Neben mir mein Schafpudel. Das macht sie immer. Sie weiß, dass es weh tut, wenn ich mich um meine Beine kümmere. Deshalb liegt sie neben mir und passt auf. Sie hilft mir, mich dem Schmerz zu stellen. Sie schreckt im Grunde vor gar nichts zurück.
Ich sage sowas wie, also los, Schmerz, was hast du mir zu sagen? Welche Form hast du, welche Farbe? Heute ist der Schmerz in meinem linken Bein bläulich und weich, wie Glibber. Kein schönes Wort. Kein schönes Gefühl. Es trennt meinen Fuß vom Rest des Beines. Ich schreibe das auf und der Schmerz verändert sich. Das ist das Schöne an ihm. Er antwortet. Wenn man mal verstanden hat, dass die Dinge, die einem begegnen, für einen da sind, wird das Leben leichter. Der Schmerz muss nicht verschwinden. Er gibt mir etwas. Ich bin geduldig.
Gestern habe ich mit dem Broadway telefoniert. War nett. Bin sowas wie eine Actionheldin oderso. Oder auf dem Weg dahin.
Mein Schafpudel steht auf und lässt mich auf der Yogamatte alleine. Er hat seinen Job erledigt. Ich habe dem Schmerz zugehört. Wir sind uns noch nicht ganz einig. Es läuft nicht davon.
Auf dem Bild siehst du, wie ich Quatsch mache mit meinen Pudels. Das war vor dem Gewitter. Ich übe den richtigen Gesichtsausdruck.
